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ADFC fordert: „Fahrradland Deutschland. Jetzt!“

Vorbildlich: "Protected bikeline" in Chicago
Vorbildlich: "Protected bikeline" in Chicago

ADFC stellt Aktionsprogramm zur Bundestagswahl vor

„Radfahren ist angesagt, aber im Autoland Deutschland fehlt es an Platz und Geld für das Fahrrad. Mehr Radverkehr ist politisch gewollt – und doch entwickelt er sich nicht wie gewünscht“ – beim Fahrradclub ADFC ist man frustriert. Zur Bundestagswahl hat der ADFC deshalb ein Aktionsprogramm aufgelegt.

Auf der Website www.radlandjetzt.de stellt der ADFC
zentrale Forderungen zur Bundestagswahl auf:

  1. Vorrang für Radfahrer, Fußgänger und ÖPNV vor dem Autoverkehr
  2. 800 Mio. Euro Bundesmittel pro Jahr für Radverkehr (bisher: 130 Mio von 6 Mrd. Euro Straßenbau-Etat)
  3. Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in Ortschaften
  4. Verbindliche Qualitätsstandards für den Bau von Radwegen
  5. Vorrang für Radschnellwege vor Stadtautobahnen
  6. Zweckgebundene Finanzmittel für Kommunen zum Ausbau des Radverkehrs
  7. „Vision Zero“ (Null Tote im Straßenverkehr) als oberste Prämisse in die StVO
  8. Eine/n Parlamentarischen/n Staatssekretär/in für das Rad

Der ADFC möchte auf diese Weise Unterstützung bekommen und Aktionen anregen. Unter dem Hashtag #radlandjetzt können Radfahrende bis Ende des Jahres ihre Erfahrungen aus dem Fahrradalltag sowie Bilder von Aktionen in den Sozialen Netzwerken posten. Alle Postings sind auf der Social Media Wall auf www.radlandjetzt.de sichtbar.

Dem Auto Platz wegnehmen

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: „Seit Jahren hören wir politische Bekenntnisse zum Fahrrad – aber auf den Straßen tut sich so gut wie nichts. Es genügt nicht, Streifen und Piktogramme auf die Fahrbahn zu malen. Wer den Radverkehr wirklich fördern will, muss dem Auto Platz wegnehmen und die Menschen mit sehr guter Infrastruktur, Parkmöglichkeiten und anderen Angeboten zum Radfahren einladen. Dafür wollen wir Politikern Mut machen, denn es geht um ein völlig neues Verständnis von Mobilität!“

Die Niederlande als Vorbild

Seit den 1980er Jahren fördern die Niederlande das Radfahren stark. Auto-Zufahrtsmöglichkeiten in die Stadtzentren werden eingeschränkt, Parkgebühren erhöht, Kfz-Verkehrsflächen reduziert und Radwege gebaut, durchgängige Radverkehrsnetze und Parkmöglichkeiten angelegt sowie das Tempo innerorts auf einem Großteil der Straßen auf 30 km/h begrenzt. Der Erfolg ist durchschlagend: 27 Prozent aller Wege werden in den Niederlanden mit dem Rad zurückgelegt (Deutschland: 12%). 25 Prozent pendeln mit dem Rad statt mit dem Auto zur Arbeit (Deutschland: 10%). Über 1.000 Kilometer legt jeder niederländische Einwohner pro Jahr auf dem Rad zurück (Deutschland: 430 km).

Fotos: Evans/ADFC

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Quelle: 

Pressemitteilung ADFC

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