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Fahrrad-Monitor 2015 erschienen

Fahrrad-Monitor 2015 veröffentlicht
Radfahren in der Stadt kann stressig sein

Große Umfrage zum Fahrradfahren in Deutschland 2015

Diese Woche wurde der Fahrrad-Monitor für das Jahr 2015 veröffentlicht. Er zeigt: Die Deutschen lieben das Rad und nutzen es viel im Alltag. Doch das Bundesverkehrsministerium und der ADFC interpretieren die Ergebnisse unterschiedlich.

Laut Fahrrad-Monitor 2015 haben 76 Prozent der Befragten mindestens ein Fahrrad im Haushalt, im Durchschnitt gehören sogar 2,4 Räder in jeden Haushalt. Das Fahrrad wird vor allem für Einkäufe und sonstige Erledigungen sowie für Ausflüge genutzt (67 Prozent). 29 Prozent der Befragten fahren außerdem mit dem Rad zur Arbeit.

Umsichtigeres Miteinander gewünscht

Gleichzeitig gaben 38 Prozent der Befragten an, selten bis nie mit dem Fahrrad zu fahren. Den Satz „Radfahren macht in meiner Gemeinde Spaß“ bestätigten 56 Prozent, während es beispielsweise 2013 noch 65 Prozent waren. Fast die Hälfte aller Befragten (48 Prozent) gibt weiterhin an, sich beim Radfahren nicht sicher zu fühlen. Die dafür genannten Gründe: Zu wenig Radwege (67 Prozent) und zu viel Verkehr (67 Prozent). Daraus folgen auch die Wünsche der Radfahrer, die in der Sinus-Umfrage Platz finden. Auf der Wunschliste der Befragten 2015 steht: mehr Radwege, sichere Stellplätze, eine bessere Beleuchtung und komfortabel zu befahrende Radrouten. Knapp 40 Prozent der Radfahrer vertritt außerdem die Meinung, ein besseres Verkehrsklima und Kampagnen für ein umsichtigeres Miteinander im Straßenverkehr seien notwendig.

Radförderung umstritten

Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur betont: „Wir haben 2016 die Mittel für die Radverkehrsförderung auf über 100 Millionen Euro aufgestockt. 98 Millionen Euro stehen allein für den Radwegebau und die Erhaltung an Bundesstraßen zur Verfügung. Dazu kommen noch einmal 1,3 Millionen Euro für die Ertüchtigung von Betriebswegen an Bundeswasserstraßen für den Radverkehr.“ Der ADFC wiederum sieht im Fahrrad-Monitor 2015 vor allem den Beweis für eine Stagnation bei der Radförderung. Dies gibt er in einer Pressemitteilung bekannt. ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork erklärt: „Es ist zum Verzweifeln. Die Menschen wollen Fahrrad fahren, sie kaufen immer mehr und immer teurere Räder, Fahrradfahren gehört zum neuen, modernen Lebensstil. Aber die Politik tut zu wenig dafür. Hier und da ein paar Markierungen auf die Fahrbahn zu pinseln, ist Symbolpolitik, aber keine Fahrradförderung!“

Stimmungsbild der Radfahrer

Der Fahrrad-Monitor erhebt alle zwei Jahre das Stimmungsbild der Radfahrer in Deutschland. 2.000 Bürgerinnen und Bürger zwischen 14 und 69 Jahren wurden von der Sinus Markt- und Sozialforschung GmbH in Zusammenarbeit mit dem ADFC im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums befragt. Der Fahrrad-Monitor wird im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans 2020 vom BMVI gefördert.

Die gesammelten Ergebnisse der Umfrage 2015 finden Sie hier: www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/VerkehrUndMobilitaet/Fahrrad/fahrrad-monitor-deutschland-2015.pdf?__blob=publicationFile

Quellen: Pressemitteilung ADFC und Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Fotos: ADFC/Gerhard Westrich

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