News

Die richtige Fahrradbeleuchtung

Sicht und Sichtbarkeit im Straßenverkehr

Es wird dunkel. Vor allem abends wird es jetzt im November schon richtig früh dunkel, morgens kommt dafür die Sonne erst spät. Jetzt ist es umso wichtiger, auch auf dem Rad gut zu sehen und gut gesehen zu werden.

Deshalb hat jetzt auch die Deutsche Verkehrswacht darauf hingewiesen, dass „Lichtmuffel“ sich und andere gefährden. Die Bedeutung einer guten Lichtanlage solle nicht unterschätzt werden. Prof. Kurt Bodewig, Präsident der Deutschen Verkehrswacht und Bundesminister a. D. erklärt dazu: „Besonders ungeschützte Verkehrsteilnehmer brauchen eine gute Sicht und müssen früh erkannt werden, um Gefahrensituationen schneller entschärfen zu können. Radfahrer, die sich nicht an die Beleuchtungsvorschriften hielten, verursachten im letzten Jahr 245 Unfälle, bei denen Menschen zu Schaden kamen.“

Welches Licht braucht mein Rad?

Aktive Beleuchtung

Doch welches Licht benötigt mein Fahrrad auf jeden Fall? Viele sind durch die letzten Reformen der StVZO verunsichert. Doch dabei haben sich die Regelungen nur vereinfacht: Zur aktiven und unerlässlichen Beleuchtung gehören ein weißer Scheinwerfer und eine rotes Rücklicht am Rad. Seit Juni 2017 dürfen diese Lichter abnehmbar sein, sie müssen jedoch vor Fahrtantritt fest angebracht werden und dürfen während der Fahrt nicht blinken. Zusatzfunktionen wie Tagfahrlicht, Fernlicht oder Bremslicht sind jetzt ebenfalls am Fahrrad erlaubt. Als Energiequelle sind nach der neuen Regelung Dynamos, Batterien oder Akkus zulässig. Ganz klar im Vorteil sind Nabendynamos, da sie nicht nur wartungsarm sind, sondern auch immer dabei.

Bestimmungen für E-Bikes

Bei Pedelecs darf der Antriebs-Akku für die Energieversorgung der Lichter verwendet werden, aber nur unter einer Bedingung: Es muss gewährleistet sein, dass die Lichtanlage auch mit leerem Akku noch funktioniert. Ist keine separate Anlage vorhanden, muss der Antrieb als Generator eingesetzt werden können. Statt beim Treten zu unterstützen, erzeugt der Elektromotor dann durch die Tretbewegung den Strom, der für den Betrieb der Beleuchtung gebraucht wird. Eine Alternative ist eine kontrollierte Energienutzung: Pedelecs einiger Hersteller schalten den Motor bei einem bestimmten Akkustand ab, sodass noch genug Restenergie vorhanden ist, um die Lampen mit Strom zu versorgen.

Passive Beleuchtung

Reflektoren dienen zusätzlich als passive Beleuchtung am Fahrrad. Vorgeschrieben ist vorne ein weißer Rückstrahler, der auch in den Scheinwerfer integriert sein darf, und hinten ein roter Großflächenreflektor (Kategorie „Z“), der ebenfalls in das Rücklicht integriert sein darf. Jedes Pedal muss nach vorn und hinten strahlende Reflektoren in Gelb besitzen. Auch die Räder brauchen Rückstrahler. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten: Entweder sind an den Speichen mindestens zwei gelbe Reflektoren vorhanden („Katzenaugen“) oder der Reifen hat auf seinen Flanken weiße umlaufende, retroreflektierende Ringe. Ein dritte Möglichkeit sind weiß reflektierende Hülsen, die auf jede Speiche geklemmt werden.

Radfahren mit korrekter Beleuchtung war nie so einfach wie nach den letzten Reformen. Was hält Sie auf?

Themen, die Sie interessieren könnten

  • Ein Rücklicht MUSS sein.

    Die Beleuchtung gehört zu den wichtigen Sicherheitseinrichtungen an einem Fahrrad. Trotzdem funktioniert an rund 40 Prozent der Fahrräder die Beleuchtung nur unzureichend oder fehlt völlig. Auf die Risiken weist die Deutsche Verkehrswacht in einer Pressemitteilung hin.

  • Auch 2017 lädt die große Fahrrad Essen ein

    Vom 16. bis 19. Februar 2017 findet in Essen wieder die große Fahrradmesse „Fahrrad Essen“ statt. Hersteller, Händler und Anbieter von Radtouristik präsentieren sich gemeinsam – das Motto lautet „Informieren, Ausprobieren und Kaufen“.

  • Neue Regelungen für Fahrradbeleuchtung

    Die Änderung der StVZO stand 2017 auf der Agenda des Bundesverkehrsministeriums. Speziell Paragraph 67 zu den „Lichttechnischen Einrichtungen an Fahrrädern“ ist seit dem 1. Juni 2017 in grundlegender Überarbeitung in Kraft. Der pressedienst-fahrrad erklärt die Änderungen und hat Experten zu deren Einschätzungen befragt.

  • Blockierte Radwege kennen alle Radfahrer (Foto: ADFC/Gerhard Westrich)

    Diese Woche wurde der „Fahrrad-Monitor Deutschland 2017“ vorgestellt. Das Ergebnis der Befragung: Jeder dritte Bundesbürger (34 %) nutzt das Fahrrad regelmäßig als Verkehrsmittel, aber die Hälfte aller Radfahrenden (47 %) fühlt sich dabei nicht sicher.