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Unfallbilanz: Täglich ein getöteter Radfahrer

Fahrlässig geöffnete Autotüren sind eine Gefahr für Radfahrer
Fahrlässig geöffnete Autotüren sind eine Gefahr für Radfahrer

ADFC fordert bessere Radinfrastruktur und mehr Regelakzeptanz 

Diese Woche veröffentlichte das Statistische Bundesamt die Unfallbilanz für 2015. Dieser zufolge starben im vergangenen Jahr 383 Radfahrer im Straßenverkehr. Obwohl dies weniger Personen als 2014 waren, sind das verstörende Zahlen. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) fordert Sicherheitsmaßnahmen.

2015 gab es weniger im Straßenverkehr getötete Radfahrer als im Vorjahr, die Zahl sank leicht von 396 auf 383. Doch kann dies eine gute Nachricht sein? Denn im Mehrjahrestrend gehen die Unfall- und Verletztenzahlen der Radfahrenden nicht zurück. Der Radfahrer-Anteil an den Verkehrstoten ist seit 1991 von 8 auf 11 Prozent gestiegen. Darauf weist jetzt der ADFC hin. Der Bundesvorsitzende Ulrich Syberg erklärt: „Ein getöteter Radfahrer pro Tag – diese Bilanz bleibt beunruhigend. Fahrrad und Pedelec werden als Verkehrsmittel für alle Altersgruppen immer populärer. Aber die Städte kommen beim Ausbau der Infrastruktur nur schleppend oder gar nicht voran. Bei zunehmender Mobilität wird es immer enger auf den Straßen und Radwegen.“

Regelbrüche und schlechte Infrastruktur   

Die häufigsten Ursachen von Kollisionen mit Kraftfahrzeugen sind fahrlässiges Abbiegen von Auto- und LKW-Fahrern, die Missachtung der Vorfahrt der Radfahrer, zu enges Überholen und das fahrlässige Öffnen von Autotüren. Bei von Radfahrern selbst verursachten Unfällen ist die falsche Straßenbenutzung die häufigste Ursache - also das verbotene Fahren gegen die Fahrtrichtung oder auf dem Gehweg. Die dritte große Ursachengruppe sind Hindernisse auf dem Radweg: Schlaglöcher, Falschparker, Baustellen, Poller und vieles mehr.

Alle müssen mithelfen

Der ADFC fordert von der Politik breite, durchgängig geführte Radspuren, gute Sichtbeziehungen an Kreuzungen und mehr Tempo 30. Die Autoindustrie solle sich um digitale Systeme zur Fußgänger- und Radfahrerkennung sowie um Türöffnerwarner kümmern – und zwar als Standard auch bei günstigen Autos. Syberg weist außerdem darauf hin, dass alle Verkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen und Regeln einhalten müssen: „Schuldzuweisungen nützen gar nichts - alle müssen mithelfen, das Klima und die Sicherheit auf den Straßen zu verbessern.“    

Fotos: ADFC/Norgand Schwarzlose und ADFC/Gerhard Westrich

Quelle: 

Pressemittteilung ADFC

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