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Verkehrsgerichtstag: Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur gefordert

ADFC Bessere Radinfrastruktur dringend notwendig
ADFC: Bessere Radinfrastruktur dringend notwendig

Empfehlungen des Verkehrsgerichtstag in Goslar stehen fest

Vergangene Woche fand in Goslar der 55. Deutsche Verkehrsgerichtstag statt. Wie jedes Jahr wurden dort Empfehlungen für die Verbesserung des Straßenverkehrs ausgesprochen. Der ADFC hat die Interessen der Radfahrer mit einem Fachbeitrag auf der Konferenz vertreten und wertet den Ausgang als vollen Erfolg. 

Der Arbeitskreis IV hatte sich zur Sicherheit des Radverkehrs zusammengesetzt. Und in den diesjährigen Empfehlungen steht deshalb die Empfehlung, "die Radverkehrsinfrastruktur generell einfach, selbsterklärend und sicher zu gestalten. Dabei sind durchgehende Radverkehrsnetze zu schaffen.“ Außerdem werden verpflichtende Mindeststandards für den Radwegebau sowie Fahrassistenzsysteme für LKW und PKW empfohlen.

Klare Haltung des ADFC

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt dazu: „Die Radinfrastruktur in Deutschland ist ein schlecht gemachter Flickenteppich. Radfahrer wissen nicht, wo sie sicher fahren können – und Autofahrer wissen nicht, wo sie mit Radfahrern rechnen müssen. Das bringt Gefahr. Wir brauchen ein intuitiv verständliches, durchgängiges Radverkehrssystem mit großzügigen Abmessungen, das dem wachsenden Radverkehr gerecht wird. Dass auch die über 2.000 Verkehrsrechtsexperten in Goslar den Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur als prioritär wahrnehmen, ist ein Riesenschritt nach vorn!“

Empfehlungen des Ausschuss IV "Sicherheit des Radverkehrs"
  1. Der Arbeitskreis empfiehlt, die Radverkehrsinfrastruktur generell einfach, selbsterklärend und sicher zu gestalten. Dabei sind durchgehende Radverkehrsnetze zu schaffen.
  2. Die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) beschreiben, wie sichere Radverkehrsanlagen geplant, ausgeführt und betrieben werden können. Erreicht werden muss eine für alle Straßenbaulastträger verpflichtende Einführung der ERA als Mindeststandard.
  3. Die Bundesregierung sollte sich auf europäischer Ebene intensiv für eine zeitnahe Ein-führung geeigneter Fahrzeugassistenzsysteme (z. B. Lkw-Abbiegeassistenten, Pkw-Notbremsassistenten, Abbiege-Geschwindigkeitsbegrenzer) zur Verhinderung von Radverkehrsunfällen einsetzen. Zudem ist auf eine Verbesserung der passiven Schutzmaßnah-men an Kraftfahrzeugen zur Minimierung der Verletzungsschwere von Radfahrenden hinzuwirken.
  4. Der Einsatz von Fahrradstaffeln der Polizei leistet einen wirksamen Beitrag zu mehr Akzeptanz der Verkehrsregeln bei Radfahrern und Kraftfahrern. Deshalb sollten bundesweit in allen größeren Städten mit einem nennenswerten Radverkehrsaufkommen speziell ausgebildete und ausgerüstete polizeiliche Fahrradstaffeln, möglichst als Alleinaufgabe, eingerichtet werden.
  5. Der Arbeitskreis empfiehlt mehr Überwachung und Sanktionierung von Verkehrsverstößen von und gegenüber Radfahrenden.
  6. Der Arbeitskreis empfiehlt mehr und zielgruppenorientiertere Aufklärung und Vermittlung von Regelkenntnissen rund um den Radverkehr (z. B. Frage der Benutzungspflicht von Radwegen; einzuhaltender Seitenabstand beim Vorbeifahren/Überholen; Beleuchtungseinrichtungen) sowohl für Radfahrende als auch für die übrigen Verkehrsteilnehmer. Hilfreich sind bundesweite Rad-Aktionstage.

Foto: Westrich/ADFC

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Quelle: 

Deutscher Verkehrsgerichtstag/Pressemitteilung ADFC

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