Reportage

Eddy Merckx Classic - Mit den Stars auf "Du"

Zehn Jahre Eddy Merckx Classic
Zehn Jahre Eddy Merckx Classic

Anspruchsvolle Strecken und Stars zum Anfassen bei der 10. Jubi-Ausgabe der Eddy Merckx Classic

Startschuss der Erfolgsgeschichte Eddy Merckx Classic Radmarathon im Jahre 2007

Mit dem Schwung und der Begeisterung aus der Radweltmeisterschaft 2006 im nahen Salzburg stellte die Tourismusregion Salzburger Land für 2007 die Weichen für einen inzwischen einzigartigen Radmarathon in der Region Salzburg. Als Schirmherr wurde wurde geringerer als die Radsport_Legende schlechthin "verpflichtet": Der "größte" Radsportler aller Zeiten konnte als Namensgeber für den "Eddy Merckx Classic Radmarathon"gewonnen werden. Der vielfache Champion - ob seiner vielen außergewähnlichen Erfolge bereits als aktiver Radsportler eine Legende - zeigte sich von Beginn an von der Salzburger Region und der entwickelten Radmarathon-Strecke begeistert: "Das Profil der Eddy Merckx Classic erinnert mich an die großen Klassiker wie Lüttich-Bastogne-Lüttich oder die Lombardei-Rundfahrt, zwei der schönsten Rennen der Welt, die ich mehrmals gewonnen habe", wird der Meister seines Metiers zitiert. Folglich zog es den Belgier Jahr für Jahr nach Eugendorf, dem Start und Zielort der Eddy Merckx Classic. Im Gepäck dabei hatte er immer wieder Stars aus "seinem" Radsport oder aus anderen Metiers wie z.b. Skisprungstar Andi Goldberger oder Snowboarder Andi Prommegger. Als kröndenden Abschluss einer schönen Radsaison legten sich die Veranstalter bereits 2007 auf den September-Termin fest, und so ging der erste Eddy Merckx Classic Radmarathon 2007 am 23. September erfolgreich über die Bühne. Auf Anhieb fanden sich rund 1.000 Teilnehmer zur Premierenveranstaltung im Startort Eugendorf ein.

Zur 7. Ausgabe engagieren sich die Veranstalter für die Hochwasseropfer der Region Salzburg

Im Bewußtsein der Bekanntheit und Beliebtheit der aus den Kinderschuhen entwachsenen Veranstaltung Eddy Merckx Classic engagieren sich die Veranstalter um ihren Chef Leo Bauernberger für die vom Leid geprüften Hochwasser-Opfer des Jahrhundert-Hochwassers in der Salzburger Region und schaffen es innerhalb von zwei Monaten Spenden in Höhe von sage und schreibe 130.000,- € bis zum Veranstaltungstag für die Opfern zu sammeln! Respekt und Hochachtung gebührt den Spendern und den Veranstaltern noch im nachhinein.

Seit 2014 Partner von "Wings of Live"

Als konsequente Weiterentwicklung des sozialen Engagements ermöglichen die Veranstalter seit 2014 den Behindertensportlern die Teilnahme am Marathon und führen erstmals eine Handbike-Wertung ein. Als Partner der "Wings of Live Stiftung" kämpft der Eddy Merckx Classic Radmarathon seitdem gegen Querschnittslähmung.

Zum Jubiläum mit Rekord-Starterfeld, Rekord-Staraufgebot und Kaiserwetter

Mit der Erfahrung von nunmehr neun Marathons gelang der Tourismusregion Salzburger Land 2016 der Spagat zwischen Rekord-Teilnehmerfeld; jedoch ohne aus der Marathon-Veranstaltung eine Mammut-Veranstaltung werden zu lassen. Mit insgesamt 1600 Teilnehmern - die vom Pfarrer Joseph Lehenauer Punkt 8.00 Uhr am Sonntag früh in den Renntag geschickt wurden - wurde zwar eine noch nie dagewesene Teilnehmerzahl notiert, welche sich aber trotzdem im Rahmen des Angenehmen und Machbaren hielt und sich auch getrost als "familiär" bezeichenen darf. Diesbezüglich haben die Veranstalter ein großes Lob verdient: Perfekte hilfsbereite und freundlicheAbwicklung der Formalitäten rund um die Teilnahme im Vorfeld der Veranstaltung, großzügig organisierte Verpflegungszonen sowohl in Fuschl und auch auf den Strecken. Kein Gedränge und wirklich sehr gut gelaunte und enorm freundliche Helfer unterwegs, Top-Verpflegung und Service während der Veranstaltung.

Betrachtet man andere Marathon-Veranstaltungen mit zum Teil über 6.000 Teilnehmern, kann man dem Salzburger Tourismus Verband als Ausrichter der Eddy Merckx Classic nur gratulieren: keine Massenabfertigung, jeder ist willkommen und darf sich wohl fühlen. Das hat Vorbildcharakter und sucht seinesgleichen.

Dass zum zehnten Jubiläum Anfang September sich das Wetter von seiner sonnigsten Seite zeigte, war Petrus Geschenk aus zehn Jahren Eddy Merckx Classic. Leider lockte das bestechende Wetter an diesem Wochenende auch viele Autofahrer in die wunderschöne Salzburger Region, die dann teilweise wenig Rücksicht auf die zahlreichen Radfahrer nahmen.

Auch die Stars der Radsportwelt gaben zum 10jährigen ein Stelldichein: Neben Schirmherr Eddy Merckx folgten zehn (!) weitere Weltmeister - darunter fünf Tour de France Gewinner - dem Ruf des Patron nach Fuschl am See. Tour-, Giro- & Vuelta-Sieger Felice Gimondi und Stundenweltrekordler & Giro-Gewinner Francesco Moser, Joop Zoetemelk als einer der ältesten Tour-Sieger, und  Stephen Roche, der Tour, Giro und WM, alle im Jahre 1987 für sich entschied. Der zweimalige Weltcup-Sieger Maurizio Fondriest, Tour- und Giro- Held Jan Janssen, Rob Harmeling, Laurent Brochard, sowie die beiden Österreicher Franz Stocher und Roland Königshofer ließen es sich nicht nehmen, mit den alten Kameraden auf Tour zu gehen. Dazu gesellten sich prominente Spitzenathleten aus Österreich wie etwa Eddy-Merckx-Fan und Publikumsliebling Andreas Goldberger oder Ex-Radprofi und enger Eddy Merckx Freund Georg Postl sowie der noch nicht lange im "Profi-Ruhestand" befindliche Rene Haselbacher.

Ergenbisdienst: Die "alten Haudegen" haben´s noch drauf!

Das sie nichts verlernt haben, bewiesen die Altmeister Maurizio Fondriest in der Klasse Grand Masters auf der Mittleren Strecke und Francesco Moser (Klasse Senior Grand Masters) auf der Kurzstrecke: Die beiden holten sich eindrucksvoll den Tagessieg in ihren Altersklassen. Ex-Profi Georg Postl flüsterte mit einem Augenzwinkern beim Büffet: "Der Francesco fährt täglich, der ist fast so fit wie früher."

In der Gesamtwertung aller Klassen ließen die Profis rücksichtsvoll den Jüngeren den Vortritt: Auf der langen Distanz über 169 Kilometer gewann bei den Herren Christian Oberngruber aus Oberösterreich in der Zeit von 4:41.41,1. Die Damenwertung über die 169 Km gewann die Tirolerin Nadja Prieling in 5:05.16,9 Stunden. Lokalmatadoren Alex Schrangl gab sich auf der 106er Strecke keine Blöße und triumphierte in 2:53.25,4 Stunden. Die Damenwertung der mittleren Distanz holte sich überlegen Marina Neudecker aus Ainring/Bayern (3:00.09,3). Auf der Kurzstrecke über 63 Kilometer triumphierte ebenfalls ein Teilnehmer aus Bayern: Franz Fembacher aus Siegsdorf (1:45.17,2), während bei den Damen Susanne Bruckbauer aus Munderfing (2:02.48,6) als erste über die Linie rollte.

Bei der nunmehr dritten Ausgabe des Handbike Marathon gingen über 20 Athleten an den Start. Über die 63 Km Distanz holte sich Mike Langer aus Innerschwand in 2h 22 min 31 sec den Sieg, die 20 km Sprintstrecke sah nach 45 min und 35 sec in Robert Kaufmann einen glücklichen Sieger.

Erneut wurden 20.000 Euro für Wings for Life gespendet

Ein emotionaler Moment war die Übergabe eines Spendenschecks an Wings for Life. Erneut konnte die Arbeit der internationalen Stiftung für Rückenmarksforschung im Rahmen der Benefizpartnerschaft mit der Eddy Merckx Classic unterstützt werden. 20.000,- Euro kamen durch die Charity-Ausfahrt am Vortag sowie durch Spendengelder von Sponsoren zusammen.

Handbiker zum dritten Mal dabei

Ein kleines Jubiläum feierte in diesem Jahr auch der Handbike-Marathon, der im Rahmen der Eddy Merckx Classic zum dritten Mal ausgetragen wurde. Über 20 Athleten gingen in diesem Jahr an den Start. Den Sieg auf der Langdistanz über 63 Kilometer holte sich Mike Langer aus Innerschwand in einer Zeit von 2:22.30,7. Die Distanz über 20 Kilometer gewann der Südtiroler Robert Kaufmann in 45.34,6.

Begeisterung bei allen Teilnehmern

Hervorragende Organisation, abwechslungsreiche Strecken und erstklassiges Wetter machten den 10. Eddy merckx Classic zu einem echten Erlebnis. Maurizio Fondriest strahlte nach der Zielankunft über alle Backen: „Es hat richtig Spaß gemacht heute mitzufahren. Die Gegend hier ist einmalig. Auf der Strecke habe ich aber natürlich Gas gegeben – Rennfahrer bleibt Rennfahrer.“
 
Ich selbst kann die Begeisterung nur teilen: Da hat alles gepasst! Herrliche Strecke und kein großes Gedränge unterwegs. Ich konnte unterwegs auf der Mittelstrecke stets nette Mitstreiter finden. Auch als mir nach exakt 100 km kurz vor Schluss der letzte Berg zum Verhängnis wurde und meine verkrampften Beine nicht mehr wollten, fanden sich Radsportkameraden, die sich rührend um mich kümmerten! Meinen Dank dafür.

Am Ende eines anstrengenden Tages erheiterte uns Georg Postl mit zahlreichen Anekdoten aus seinem Radsportlerleben, bei denen keine unserer Augen vor Lachen trocken blieb. Ein herrlicher Ausklang, der die Vorfreude auf´s nächste Jahr um so größer macht. Ich komme wieder!

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