Autor(in):
Datum:
Tagesrucksäcke sind enorm praktisch, nicht nur auf ausgedehnten Tagestouren. Wir fuhren und prüften sieben Exemplare von 47,- bis 100,- Euro.
Tagestouren – im Sinne des Wortes – sind eine feine Sache. Egal ob sie vor der Haustüre oder am Urlaubsort starten. Das beste daran: das große schwere Gepäck bleibt daheim, das vergrößert den Aktionsradius enorm. Ohne die seitlichen Packtaschen rollt es sich bedeutend schneller, da die Taschen dem Wind eine große Fläche bieten und meist dazu verleiten, viel mehr Gepäck mitzunehmen, als nötig. Andererseits sind Lenkertaschen an der Radfront zu klein für alle nötigen Utensilien. Die Lösung sind leichte Tagesrucksäcke mit einem Volumen von 11 bis 16 Litern – mehr braucht´s nicht.
Auf einer Tagestour werden neben den üblichen Kleinigkeiten wie Geldbörse, Handy, Hausschlüssel und Sonnencreme vornehmlich leichte aber voluminöse Sachen verstaut. Das ist Bekleidung, um sich wechselnden Wetter- und Temperaturverhältnissen anzupassen. Regensachen, eine Windjacke oder ein Shirt, welches unterwegs gegen das nassgeschwitzte getauscht wird. Das findet alles lässig Platz in einem kleineren Rucksack. So bepackt liegt dieser auch nicht schwer auf Schultern und Rücken, nach einigen Kilometern werden Sie ihn gar nicht mehr spüren.
Unschlagbar sind Rucksäcke auch, wenn die Radtour für eine Besichtigung oder einen Stadtbummel unterbrochen wird. So sind alle Sachen dabei, nichts bleibt unbeaufsichtigt am Rad. Weiter trägt sich ein Rucksack bequemer, Sie haben beide Hände frei. Packtaschen sind hier eher unbequem und unpraktisch.
Auf diese Details sollten Sie achten
Die Auflageflächen sind buchstäblich ein heißes Thema. Längst liegen die (Ruck-)Säcke nicht mehr so großflächig auf dem Rücken wie einst. Meist halten zwei senkrecht verlaufende, gepolsterte Streifen den Rucksack auf Abstand. So kann dazwischen – ähnlich dem Kamineffekt – Luft emporsteigen und klimatisieren. Bei manchen Modellen sind diese Streifen auch strukturiert, sodass der Rücken nur noch von kleinen Rechtecken berührt wird. Durch diese „Belüftungssysteme“ sind schweißnasse Rücken eher die Ausnahme.
Wirklich hilfreich sind auch Helmhalterungen. Dabei wird der Helm mit einem Netz oder Gurt außen auf dem Rucksack befestigt. Bei Pausen oder auch bei Besichtigungen, ist der Kopfschutz damit sicher verstaut. Zudem sind übliche Helmhalterungen auch geeignet, um Jacken oder Badelaken zu verstauen. Kleine, unscheinbare Schlaufen auf der Rückseite nehmen Blinklichter auf.
Integrierte oder beiliegende Regenhauben lassen sich über den Rucksack ziehen und schützen den Inhalt bei kurzen Schauern. Bei stundenlangem Regen dringt aber das Nass von der Rückenseite ein. Weiter sind die Nähte der Hauben auf Dauer nicht immer dicht. Integrierte Regenhauben befinden sich unten hinter einer kleinen RV-Tasche und werden nach oben über den Rucksack gezogen. Da bei nassem Wetter auch das „Gesehenwerden“ wichtig ist, sind die Regenhauben in hell leuchtenden Rot- oder Gelbtönen gehalten. Reflexstreifen und -flächen auf Haube oder Rucksack runden das Thema Sicherheit ab.
Eine umfangreiche Ausstattung beinhaltet viele Fächer und Taschen, damit der Zugriff auf wichtige Kleinigkeiten schnell und zielsicher erfolgen kann. Wir denken da an Handy, Geldbörse, das Sonnenbrillen-Etui, Energieriegel, Sonnencreme oder die kleine Digitalkamera.
Die beiden seitlichen Netzaußentaschen sind prima geeignet für kleine Trinkflaschen (0,5 l) oder Bananen, die dort druckfrei untergebracht sind. Mittige RV-Außentaschen bieten sich an für Wertsachen, Schlüsselbund, Mini-Werkzeug, Schreibsachen, Handy oder Brille. Oft befindet sich auch im großen Innenraum eine kleine RV-Tasche mit dem Charakter eines „Geheimfaches“, ideal für Wertsachen. Spezielle Handytaschen am Schultergurt oder an der Hüftflosse ermöglichen schnellsten Zugriff, auch ist der Klingelton des mobilen Telefons bestens hörbar.
Mit zwei Kompressionsriemen kann der Rucksack zusammengezurrt werden, der Schwerpunkt befindet sich näher am Rücken. Auch verrutschen die Inhalte nicht.
Härtere und vorgeformte „Rückeneinlagen“ bzw. eine verstärkte Rückenpartie verhindern, dass sich sperrige Ausrüstungen, wie etwa Flaschen und Kameras, unangenehm in den Rücken drücken.
Wer viel Platz hat, nimmt viel mit
Eine großzügige und luxuriöse Ausstattung treibt jedoch auch das Gewicht des Rucksacks nach oben. Hier macht durchaus die Frage Sinn: „Brauchen wir das alles?“ Ist ein Rucksack mit 1.000 Gramm nötig, um 500 Gramm Regensachen mitzunehmen? Ähnliche Fragen stellen sich bezüglich der Volumina. Runde 12 Liter reichen bei einer Tagestour für eine Person völlig aus. Die größeren Volumen sind angeraten, wenn üppige „Fresspakete“, Kamera-Ausrüstung oder Badeutensilien noch verstaut werden müssen. Oder die Utensilien des Mitfahrers.
Bei einigen Rucksäcken lässt sich das große Hauptfach per Reißverschluss auch erweitern. Für unterschiedliche Nutzungsbereiche die Lösung schlechthin. In der Beschreibung wird beispielsweise mit „16+3 Liter“ darauf hingewiesen.
Wie ein Kamel
Die meisten Rucksäcke sind „Trinkblasenkompatibel“ oder „nachrüstbar für Trinksysteme“. Was das bedeutet? Nun, im Hauptfach des Rucksacks befindet sich ein zusätzliches Fach, in das sich eine 1 bis 3 Liter fassende Trinkblase einhängen lässt. Durch eine kleine Öffnung wird der Schlauch mit Mundstück nach außen geführt und am Schultergurt fixiert. Im Mundstück befindet sich ein Ventil, welches durch leichtes Draufbeißen öffnet. Mit vertretbarer Saugkraft fließt das erfrischende Nass in den Mund. Vorteilhaft ist das große Volumen der Trinkblasen, der einfachere Trinkvorgang und die Tatsache, dass auch mehr getrunken wird. Das Reinigen ist im Vergleich zu Trinkflaschen aufwändiger.
Tagesrucksäcke – der Name muss nicht Programm sein. Wir nutzten dieses geniale Zubehör auch für den Weg zur Arbeit oder für kleinere Einkäufe. Ganz sicher sind unsere sieben Testkandidaten auch zum Wandern oder Skilanglauf geeignet. Wer sein Gepäck auf das Nötigste reduzieren kann, wird auch Zweitagestouren meistern. Rasierzeug und Beauty-Case bleiben daheim, Duschgel und Sonnencreme gibt’s auch in Größen von 20 oder 50 Milliliter. Und im Globetrotter-Shop finden Sie zusammensteckbare Zahnbürsten und anderes Mini-Zubehör.
Positiver Gesamteindruck
Im Test prüften wir sieben qualitativ hochwertige Tagesrucksäcke von 11 bis 18 Liter Volumen, das Ergebnis fiel sehr positiv aus. Die Einsatzbereiche und Charaktere sind recht unterschiedlich. Das Spektrum beginnt beim leichten, sparsam ausgerüsteten Sport-rucksack. Und reicht hin bis zum bestens ausgerüsteten Allrounder, der für wirklich jede Kleinigkeit über ein seperates Fach verfügt. Nach dem Studium der Testbriefe werden Sie sicher Ihren Favoriten finden.
BEZUGS-INFORMATIONEN
- Deuter: info@deuter.com, 0821/49 87–327
- Ergon: service@rtisports.de, 0261/89 99 98-0
- Mount. Hardwear: mf@fuchsohg.de, 089/324 40 42
- Ortlieb: info@ortlieb.com, 09872/800–0
- Osprey EU: kelly@ospreyeurope.com
- Tune: info@tune.de, 07631/748 07-40
- Vaude: info@vaude.com, 07542/53 06–0
Die sieben Rucksäcke im Test
Rubrik:






